10.02.2011

thrmnclrwstlnd V (this is no impressiorama)

heimtückisch zerrt der blaublitzende wind
an jenen resten von kleidung
die kaum die verschorfte haut
zu schützen vermögen


faulende leiber 
inmitten von lumpenbergen
wanken stinkend und ziellos
durch die zu friedhöfen
verfallenen städte


eiternd geifernd und dürstend
nach jenen tagen
an denen die sonne 
ihre körper noch wärmte
anstatt ihnen das fleisch
von den knochen zu schälen

07.02.2011

gedanken zwischen klo und zuspätkommen (impressiorama das zehnte)

ist das klopapier bekackt
hast du den verdauungstrakt
hoffentlich schon ganz entleert
denn sonst war der wisch nichts wert


sagt der hans zum adalbert:
das war den ganzen stress nicht wert
obwohl du sie nur angeschaut
hat sie dir eine reingehaut
deine fresse sank gen boden
in die richtung deiner füße
falls du nett bist sagst du noch:
bestell dem alten liebe grüße

05.02.2011

thrmnclrwstlnd IV (this is no impressiorama)

keinerlei beleuchtung
wagt es mehr gegen
die erstickende schwärze
der frostigen nacht
anzukämpfen


elektrizität verkommt
zu einem nutzlosen konzept
in der grabeswüste 
der leblosen ruinen


schamlos erobert die natur
auch die urbansten monumente
auf ewig zurück

04.02.2011

thrmnclrwstlnd III (this is no impressiorama)

die abwesenheit jeglicher feuchtigkeit
lässt vieles nicht alles vergehen
schuld, scham und moral
waren unter den ersten opfern


auch du mein sohn
bist nicht würdig
den versuch des lebens
auf dieser erde fortzusetzen


die erinnerung ist
nur der letzte rest
der conditio humana
doch auch sie
krankt an der zeit

02.02.2011

noch mehr zufällige weisheiten (impressiorama das neunte)

gedanken sind noch keine worte
ranken sind ein efeumismus
kaffee, schwarz wie die nacht am fuße der berge des wahnsinns
linguisten zergliedern die sprache
in der liebe ist man immer anfänger
bonus vir semper tiro (martial)
eine pizza belegen ist wie eine armee für eine schlacht aufstellen
der alte würfelt nicht
punkti, punkti, megafon fertig ist die revolution

30.01.2011

was zur hölle will das universum jetzt schon wieder von mir? (impressiorama das achte)

vornehme zurückhaltung ist ein euphemismus, marina
ungewissheit ist ein schiffswrack, erica
DIPLOMARBEIT
russische programmiererinnen sind die schönsten, marina
unkompliziertheit ist attraktiv, erica
ETA HOFFMANN
gespräche wie sex, marina
telefonnummern wie eintrittskarten, erica
DAS BUCH

impressiorama das siebte (beyond this place)

ich sitze hier im kinosaal
die sessel werden rar
nicht vorhandne beinfreiheit
rührt mich zu tränen gar


schmerz sei wundervoll und nötig
ergeben soll man sich ihm ganz
auch scheint die folter unumgänglich
da alle plätze sind belegt


leute in der ersten reihe
leiden nicht an vordermännern
nur die leinwandgröße ists
die ihnen genuss erschwert

28.01.2011

anstehen (impressiorama das sechste)

ich stand dort in der schlange
da ward mir angst und bange
ob ich noch zu rechter zeit
da vorne durch das drehkreuz schreit
alles bangen war vergebens
die machten gar nicht viel aufhebens
bezügelich der pünktlichkeit

26.01.2011

erinnerungsjunkie (still no impressiorama)

das neue suchend
schmiedet er die
ultimative 
vergangenheit
auf dass die auswahl
an reminiszenzen
sich stetig vergrößere


denn er weiß:
routine ist
der erzfeind
der inspiration

24.01.2011

thrmnclrwstlnd II (this is no impressiorama)

architektonische totgeburten
strecken die fühler
ins schwindsüchtige blau
um auch den letzten vertebraten
aller photonen zu berauben


geruchlose todeswolken
tun ein übriges
die evolutionären möglichkeiten
zu minimieren


der rost gilt in diesen zeiten
noch als zeichen des lebens
obschon seine farbe
nicht mehr gesehen werden kann


lüge und wahrheit
tilgt der zerfall
mit den menschen
vom antlitz der erde


gleißend brennt
das feuer der explosion
in den sterbenden augen

23.01.2011

impressiorama das fünfte (to be read like howl)

poor bastards
waiting in queues
to pay their entry fees
to shitty clubs
with shitty music
just to be part of
social destruction
mingling together
to pass out
in some corner
after puking
in sinks
just to be part of
a nauseous society
just to be part of
shitty culture that
conditions people
to be a part of
shitty varieties
of seemingly
shifting paradigms
of shitty entertainment
just to be part of
poor bastards

22.01.2011

impressiorama das vierte (it´s not mine, it´s ours)

wer kann was dummes, wer was kluges denken, das nicht die vorwelt schon gedacht?
-goethe


müßiggang ist nichts übles, ja man muss sagen: ein mensch, der für diesen keinen sinn hat, zeigt damit, dass er sich nicht zur humanität erhoben hat.
-kierkegaard


in diesem sinne:
man darf nicht schreiben, wie man will, wenn man gelesen werden will, wie man gelesen werden sollte.

21.01.2011

ein paar zufällige weisheiten (vielleicht impressiorama das dritte)

kirchen sind symbole der unterdrückung
there is no fetafiktion (now there is)
durch gehen macht man sich straßen zu eigen
we all live in a world of references
es ist unheimlich schwer sich auf sachen einzulassen, die einen nicht interessieren
heute rot, morgen tot

19.01.2011

impressiorama das zweite (you own the streets you walk)

die gesichtsbücherne, freiwillige prostitution persönlicher informationen greift um sich, da die diabolische simplizität des apparats kleine und große geister gleichermaßen anlockt.


ausnehmend breite wege und straßen werden durch begehung besitzergreiflich gemacht, während roter lippenstift die kapuze meines pullovers verziert.


paschalitsa, flüstert der wind.

17.01.2011

impressiorama das erste (mit geh-dicht)

angenehme kälte, die durch blitzblanke abschüssigkeiten zum gleichgewichtigen akt der balance des geistes und des fleisches ausarten mag und sollte.


nicht aus den augen zu lassende, objektivliche begierden bieten sich ebenso wenig häufig, wie anderswo, doch entziehen sich scheinbar der möglichkeit unzureichender wahrnehmung.


ist der koffer weg
haste pech gehabt
fort sind alle hosen
die kleinen und die großen
weg sind auch die zähnebürste
und die guten notfallwürste
auch die socken werden knapp
ist der koffer erstmal weg
haste pech gehabt