18.02.2012
samstag
Der Radiergummi lächelte frech und begann sein Werk fortzusetzen, indem er eine Spur aus Nichts hinterlassend über die engbeschriebenen Blätter fetzte, bis schließlich nur noch ein Satz der Auslöschung trotzte: Die Zeit ist einfach das, was gerade nicht ist.
17.02.2012
freitag
Der Dickwanst hatte schon mehr als nötig von den vor ihm von zahllosen Bediensteten aufgetürmten Haupt- und Nebenspeisen zwischen seine Wurstfinger genommen und geräuschvoll seinem enormen Schlund überantwortet, als ich widerwillig aber laut eingestehen musste, dass ich mir den Tag frei nehmen wollte.
16.02.2012
donnerstag
Das Denken sollte man sich abgewöhnen, murmelte ich, blinzelte in die Ferne der Vernunft und ließ die blitzende Axt zärtlich auf das Medusenhaupt der Schönheit niedersausen, während die Gäste applaudierten.
15.02.2012
mittwoch
Die Frage, ob nicht meine deplatzierte Hypophyse an allem Schuld war, stellte ich mir häufig beim Gang zum Bad, auf dem ich speißrutenlaufmäßig den Überresten der letzten Wochen meines Lebens auswich und schreiend nach jenem Botaniker verlangte, der mir die blaue Blume zeigen konnte.
14.02.2012
dienstag
Wenn ich jetzt aufstünde, gemäß den hiesigen Usancen zuerst Beinkleid dann Armkleid anzulegen versuchte, während ich gierend nach der schwarzen Macht in die Küche taumelte, müsste ich feststellen, dass ich und Frau Holle heute Dienst haben.
13.02.2012
montag
Als ich letztens zum Pfandleiher ging, vorbei an den Farben der Innenstadt den bodennahen Dunst durchpflügend in den Laden trat und von dem diensthabenden Walross erfahren wollte, ob Montage in diesen Zeiten noch einen guten Preis bringen, antwortete es: fifty-fifty.
01.02.2012
fettn
auch wenn man fast täglich versucht dem ganzen zeug, das sich gemeinhin leben schimpft einen sinn abzuringen, strauchelnd und keuchend darum kämpft, die nichtigkeit des daseins mehr als glücksfall denn als fluch zu betrachten, sollte man doch den stillstand vermeiden, um nicht zur gänze den unumgänglichen gesetzen der biologischen existenz unterworfen zu sein.
denn:
ist auch die welt nicht mehr zu retten,
manchmal hat man einfach fettn.
denn:
ist auch die welt nicht mehr zu retten,
manchmal hat man einfach fettn.
30.01.2012
maulartgehdicht
knall zua des teil, volle pressn
spata nacha nudln fressn
tua nit bled, bleib dran du hund
kraxln is halt volle gsund
spata nacha nudln fressn
tua nit bled, bleib dran du hund
kraxln is halt volle gsund
22.01.2012
multimorbide intertextualität
ich bin jeden tag neu.
ich werde geboren, wenn ich morgens aufwache,
ich werde alt während des tages,
und ich sterbe abends, wenn ich schlafen gehe.
gott, was gibt´s für menschen!
ich habe in meinem leben nicht nur nackte frauen gesehen,
sondern sogar frauen mit abgezogener haut.
dabei kenne ich die natur überhaupt nicht,
und ich hasse sie, denn sie bringt mich um.
trotzdem hab ich mut genug, um barfuß durch die hölle zu gehen.
töten wir also die feierlichkeit, wo immer wir sie finden.
zwar sind nicht alle frei, die ihrer ketten spotten,
aber die welt ist unbewohnbar, ihr müsst das einsehen.
ich werde geboren, wenn ich morgens aufwache,
ich werde alt während des tages,
und ich sterbe abends, wenn ich schlafen gehe.
gott, was gibt´s für menschen!
ich habe in meinem leben nicht nur nackte frauen gesehen,
sondern sogar frauen mit abgezogener haut.
dabei kenne ich die natur überhaupt nicht,
und ich hasse sie, denn sie bringt mich um.
trotzdem hab ich mut genug, um barfuß durch die hölle zu gehen.
töten wir also die feierlichkeit, wo immer wir sie finden.
zwar sind nicht alle frei, die ihrer ketten spotten,
aber die welt ist unbewohnbar, ihr müsst das einsehen.
19.01.2012
ein paar zufällige zitate
"die jugend holt sich ihre ideale mit hasch!" (darstellerin aus freakstars 3000 von schlingensief)
"der psychiatrische arzt ist der inkompetenteste und immer dem lustmörder näher als seiner wissenschaft." (thomas bernhard - wittgensteins neffe)
"das bedürfnis nach ehrlichkeit ist ein wurm, der uns heute die ganze literatur wegfrisst." (stanislaw lem - die vollkommene leere)
"der psychiatrische arzt ist der inkompetenteste und immer dem lustmörder näher als seiner wissenschaft." (thomas bernhard - wittgensteins neffe)
"das bedürfnis nach ehrlichkeit ist ein wurm, der uns heute die ganze literatur wegfrisst." (stanislaw lem - die vollkommene leere)
29.12.2011
Vermischte Seminararbeiten und Essays
Da Seminararbeiten meistens leider nur den Zweck erfüllen eine Note im betreffenden Fach zu bekommen, aber manchmal durchaus brauchbare Analysen beinhalten oder auch einfach nur interessant zu lesen sind, habe ich beschlossen meine bisherigen Texte öffentlich zu machen. Die Texte sind großteils für Lehrveranstaltungen an der Universität Innsbruck verfasst worden. In Zukunft werde ich auch einige Mitschriften zu diversen Vorlesungen zugänglich machen.Feedback ist natürlich erwünscht. Falls aus einer der Arbeiten zitiert werden soll (höchst unwahrscheinlich), bitte ich um kurze Rückmeldung.
Seminar: Literaturgeschichte und literarisches Leben der Gegenwart: Spannung.
Die Bedeutung von Gegenständen für den Spannungsaufbau von literarischen Texten
Proseminar: Literarische Textanalyse: Märchen
Zum Verhältnis von Ironie und romantischer Ironie in E.T.A. Hoffmanns "Der goldne Topf"
Seminar: Literaturgeschichte und literarisches Leben der Gegenwart: Spannung.
Die Bedeutung von Gegenständen für den Spannungsaufbau von literarischen Texten
Proseminar: Literarische Textanalyse: Märchen
Zum Verhältnis von Ironie und romantischer Ironie in E.T.A. Hoffmanns "Der goldne Topf"
Seminar: Kontrastiv Lingvistik: Höflichkeit im Kontrast (Universität Göteborg)
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Zwischen neun und neun
14.11.2011
kaputte buchtitel
Daniel Kehlmann: Die Anmaßung der Welt
Felicitas Hoppe: Versprecher und Versager
Thomas Bernhard: Die Aufmischung – Eine Keilerei
Theodor Fontane: Effi brieft
Bret Easton-Ellis: Inferior Bathrooms
Heinrich von Kleist: Erbrochenes im Krug
Felicitas Hoppe: Versprecher und Versager
Thomas Bernhard: Die Aufmischung – Eine Keilerei
Theodor Fontane: Effi brieft
Bret Easton-Ellis: Inferior Bathrooms
Heinrich von Kleist: Erbrochenes im Krug
20.08.2011
wespenpest
summen dumm
um dich herum
schwarz und gelb mit
spitzen stacheln
die sie nur zu
gerne bohren
in dein fleisch
ganz tief und fest
halt dich fern
vom wespennest
um dich herum
schwarz und gelb mit
spitzen stacheln
die sie nur zu
gerne bohren
in dein fleisch
ganz tief und fest
halt dich fern
vom wespennest
14.08.2011
Thomas Bernhard - Wittgensteins Neffe - Zusammenfassung
naturgemäß
sitzen geistesmenschen
in cafes
die sie hassen
bis die natur
sie umbringt
sitzen geistesmenschen
in cafes
die sie hassen
bis die natur
sie umbringt
09.08.2011
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