06.03.2012

01:24

kröchen ratten aus den löchern nicht
täglich oder wöchentlich
rentierte sich das zechen nicht
unsäglich obschon wunderlich

01.03.2012

amsterdam

inspiriert durch blaetterrausch

amsterdam


schwammverstand
hamsterkamm
angewandt
hand verbrannt
panzerland
nachgeahmt

28.02.2012

-20° konstant

und mag sich draußen selbst der Schnee regen. Ich grabe mich ein, fossiliere mich, weil die fenestralen Aussichten jenes Bild des Jammers bieten, für das "abgefucktes Scheißwetter" ein Euphemismus ist. Gerade vorhin sah ich eine handvoll Fußgänger sich aneinander festkrallend über den Eispanzer des Zebrastreifens rutschen. Kurz darauf wurden sie alle von einem schlitternden LKW erfasst und ihre Leiber gegen ein paar parkende Mercedes gequetscht. Großes Geschrei, Panik, Polizei, Rettung usw. Seltsam beruhigend muteten die flackernden Lichter an. Wegen wiederholten Unfällen mit Todesfolge warnt eine Frau aus dem Radio vor dem Eislaufen in steilen Gebieten der Stadt. Ich kann den Hauch meines Atems durch die Skimaske hindurch erkennen. Ohne Schutz würde mir alle Flüssigkeit im Rachenbereich gefrieren. Niemand weiß genau, wann die Kälte kam. Die neue Zeit begann für uns im August 20XX, als die Regierung verlautbaren ließ, dass es nie wieder warm werden würde.

19.02.2012

sonntag

blitzhageldonnersakrament kaboombadauz,
gnörkalisches zellophanelixierbereichstempo,
meisterliche ruhmreichung
des anderorts verbreiteten
schabrackeneisvogels.


puderzucker mit milch,
früchte in alkohol,
abwesende pizza,
kalter schatten salat.


landläufig gilt:
wenn der frühe vogel eine grube gräbt,
passt auf keine kuhhaut,
wie verdorben der brei ist.

18.02.2012

samstag

Der Radiergummi lächelte frech und begann sein Werk fortzusetzen, indem er eine Spur aus Nichts hinterlassend über die engbeschriebenen Blätter fetzte, bis schließlich nur noch ein Satz der Auslöschung trotzte: Die Zeit ist einfach das, was gerade nicht ist.

17.02.2012

freitag

Der Dickwanst hatte schon mehr als nötig von den vor ihm von zahllosen Bediensteten aufgetürmten Haupt- und Nebenspeisen zwischen seine Wurstfinger genommen und geräuschvoll seinem enormen Schlund überantwortet, als ich widerwillig aber laut eingestehen musste, dass ich mir den Tag frei nehmen wollte.

16.02.2012

donnerstag

Das Denken sollte man sich abgewöhnen, murmelte ich, blinzelte in die Ferne der Vernunft und ließ die blitzende Axt zärtlich auf das Medusenhaupt der Schönheit niedersausen, während die Gäste applaudierten.

15.02.2012

mittwoch

Die Frage, ob nicht meine deplatzierte Hypophyse an allem Schuld war, stellte ich mir häufig beim Gang zum Bad, auf dem ich speißrutenlaufmäßig den Überresten der letzten Wochen meines Lebens auswich und schreiend nach jenem Botaniker verlangte, der mir die blaue Blume zeigen konnte.

14.02.2012

dienstag

Wenn ich jetzt aufstünde, gemäß den hiesigen Usancen zuerst Beinkleid dann Armkleid anzulegen versuchte, während ich gierend nach der schwarzen Macht in die Küche taumelte, müsste ich feststellen, dass ich und Frau Holle heute Dienst haben.

13.02.2012

montag

Als ich letztens zum Pfandleiher ging, vorbei an den Farben der Innenstadt den bodennahen Dunst durchpflügend in den Laden trat und von dem diensthabenden Walross erfahren wollte, ob Montage in diesen Zeiten noch einen guten Preis bringen, antwortete es: fifty-fifty.

01.02.2012

fettn

auch wenn man fast täglich versucht dem ganzen zeug, das sich gemeinhin leben schimpft einen sinn abzuringen, strauchelnd und keuchend darum kämpft, die nichtigkeit des daseins mehr als glücksfall denn als fluch zu betrachten, sollte man doch den stillstand vermeiden, um nicht zur gänze den unumgänglichen gesetzen der biologischen existenz unterworfen zu sein.
denn:
ist auch die welt nicht mehr zu retten,
manchmal hat man einfach fettn.

30.01.2012

maulartgehdicht

knall zua des teil, volle pressn
spata nacha nudln fressn
tua nit bled, bleib dran du hund
kraxln is halt volle gsund 

22.01.2012

multimorbide intertextualität

ich bin jeden tag neu.
ich werde geboren, wenn ich morgens aufwache,
ich werde alt während des tages,
und ich sterbe abends, wenn ich schlafen gehe.


gott, was gibt´s für menschen!


ich habe in meinem leben nicht nur nackte frauen gesehen,
sondern sogar frauen mit abgezogener haut.
dabei kenne ich die natur überhaupt nicht,
und ich hasse sie, denn sie bringt mich um.


trotzdem hab ich mut genug, um barfuß durch die hölle zu gehen.
töten wir also die feierlichkeit, wo immer wir sie finden.
zwar sind nicht alle frei, die ihrer ketten spotten,
aber die welt ist unbewohnbar, ihr müsst das einsehen.

19.01.2012

ein paar zufällige zitate

"die jugend holt sich ihre ideale mit hasch!" (darstellerin aus freakstars 3000 von schlingensief)


"der psychiatrische arzt ist der inkompetenteste und immer dem lustmörder näher als seiner wissenschaft." (thomas bernhard - wittgensteins neffe)


"das bedürfnis nach ehrlichkeit ist ein wurm, der uns heute die ganze literatur wegfrisst." (stanislaw lem - die vollkommene leere)

29.12.2011

Vermischte Seminararbeiten und Essays

Da Seminararbeiten meistens leider nur den Zweck erfüllen eine Note im betreffenden Fach zu bekommen, aber manchmal durchaus brauchbare Analysen beinhalten oder auch einfach nur interessant zu lesen sind, habe ich beschlossen meine bisherigen Texte öffentlich zu machen. Die Texte sind großteils für Lehrveranstaltungen an der Universität Innsbruck verfasst worden. In Zukunft werde ich auch einige Mitschriften zu diversen Vorlesungen zugänglich machen.Feedback ist natürlich erwünscht. Falls aus einer der Arbeiten zitiert werden soll (höchst unwahrscheinlich), bitte ich um kurze Rückmeldung.

Seminar: Literaturgeschichte und literarisches Leben der Gegenwart: Spannung.
Die Bedeutung von Gegenständen für den Spannungsaufbau von literarischen Texten

Proseminar: Literarische Textanalyse: Märchen 
Zum Verhältnis von Ironie und romantischer Ironie in E.T.A. Hoffmanns "Der goldne Topf"



Seminar: Kontrastiv Lingvistik: Höflichkeit im Kontrast (Universität Göteborg)